Wie wird man älter als 100 Jahre?

Ich habe noch eine TED-Perle gefunden: in diesem Vortrag geht es darum, wie man leben sollte, um möglichst alt zu werden und dabei gesund zu bleiben:

Mit Taijiquan und Qi Gong kann ich mindestens einen, vielleicht sogar 2 der 9 Gewohnheiten für ein langes gesundes Leben erfüllen: Für mich ist das regelmäßige Üben eine Möglichkeit, runterzukommen und zu entspannen (downshift). Außerdem möchte ich bis ins hohe Alter weiterüben und mich weiterentwickeln. Das ist ja grad das tolle an Taijiquan und Qi Gong, dass man das auch sehr lange machen kann (purpose now).

 

二十四式太极拳 / 24-Form / Peking-Form

Zum Abschluss der Peking-Wochen habe ich noch einen Download für Dich:

Bewegungen der Peking-Form mit chinesischen, englischen und deutschen Namen

Ich hoffe, Dir haben die Peking-Wochen Spaß gemacht und ich bin gespannt, ob Du die Peking-Form lernen möchtest (oder nicht) und falls ja welche Erfahrungen Du mit ihr machst!

 

kontra Peking-Form: “offizielle” Form

Es gibt für mich einen weiteren Grund, warum ich der Peking-Form skeptisch gegenüberstehe. Die Peking-Form entstand in einer Zeit, in der die traditionellen Formen in China unterdrückt wurden. Die Lehrerinnen und Lehrer durften also die Formen aus ihrer jeweiligen (Familien-)Tradition nicht unterrichten. Bestenfalls konnten sie sie im privaten Kreis weitergeben (da das auch gefährlich war, sind viele Taijiquan-Meister aus China geflohen). Die Peking-Form war die “offizielle” Form, die verwendet werden durfte.

Ich freue mich sehr, dass nun seit einigen Jahren auch die traditionellen Stile und Formen wieder in der chinesischen Öffentlichkeit unterrichtet werden können. Es gibt so viel zu entdecken! Insofern kann ich verstehen, wenn man nicht die Peking-Form lernen möchte, sondern eine der “alten” Formen.

 

kontra Peking-Form: zu jung

Die Peking-Form wurde 1956 entwickelt. Somit ist sie eine relativ “junge” Form.

Auch wenn es vielleicht einige Leute gibt, die just in 2012 eine neue Form entwickeln, so gibt es doch viele Taijiler, denen es sehr wichtig ist, dass sie eine möglichst alte und authentische Form lernen. Insofern ist die Peking-Form, die ja immerhin schon fast 60 Jahre alt ist, vielen zu jung.

Aber das ist ein Nachteil, der sich wohl irgendwann erledigen wird, spätestens im Jahr 2206 kann man sagen: die Peking-Form ist schon 250 Jahre alt! Und falls Du Dir bis dahin ein wenig die Zeit vertreiben möchtest, hier ein sehr interessantes Podcast vom Teapotmonk zum Thema authentisches Taijiquan!

 

kontra Peking-Form: “nur” Gymnastik

Nachdem ich bisher ein paar Gründe genannt habe, warum man die Peking-Form lernen sollte, kommen in den nächsten Tagen ein paar Gründe, warum man sie vielleicht nicht lernen möchte.

Viele, die sich intensiv mit Taijiquan auseinandersetzen, meinen, die Peking-Form wäre “nur” Gymnastik oder “Wellness-Taiji”. Eigentlich ist Taijiquan ja eine Kampfkunst. Es dauert zwar viele Jahrzehnte, bis man ernsthaft damit kämpfen kann, aber in den verschiedenen Formen kann man immer wieder die Kampfanwendungen erkennen. Es heißt ja nicht umsonst Schattenboxen!

In der Peking-Form sind allerdings viele kämpferische Elemente und Bewegungen so verändert worden, dass sie in einem Kampf keinen Sinn mehr machen würden.
Ich selber finde es z.B. seltsam, dass man bei einem Schritt in der Peking-Form erstmal “zurückschaukelt” statt einfach einen Schritt zu machen, wie ich es aus der langen Yang-Form kenne.

Deshalb meinen die, denen der kämpferische Aspekt wichtig ist, dass die Peking-Form “nur” Gymnastik und kein “richtiges” Taijiquan wäre. Was denkst Du?