Es ist schon eine Weile her, dass ich hier etwas geschrieben habe. Es ist auch schon eine Weile her, dass ich richtig geübt habe – so mit hinstellen und ein paar Minuten auf eine Bewegung konzentrieren. Sogar hinsetzen und nichts tun habe ich schon ein paar Monate nicht mehr getan. Stattdessen kümmre ich mich die meiste Zeit um einen kleinen Menschen. Und wenn dieser kleine Mensch schläft, dann habe ich die Wahl zwischen selber schlafen, essen, Wäsche waschen oder üben. Meistens entscheide ich mich für’s schlafen.
Aber als ich vor ein paar Tagen den kleinen Menschen schreiend herumgetragen habe, da ist mir ein Gedanke gekommen: Auch wenn ich in den letzten Jahren nur ein klitzekleines bißchen über das Sinken und Loslassen gelernt habe, ich höre irgendwie nicht mehr auf es zu tun.
Man sagt ja auch, dass man Fahrradfahren nicht verlernt. Vielleicht ist es ähnlich mit Qi Gong und Taijiquan: wenn erstmal der Funken übergesprungen ist, dann lässt es einen nicht mehr los. Mein Körper sendet Signale, wo ich noch loslassen kann, selbst wenn ich mein Baby grade in einer sehr unbequemen Position stille oder es seit einiger Zeit im Arm trage.
So wird auch das nicht-üben zum üben. Nicht so intensiv wie 30 Minuten wie ein Baum stehen, aber immerhin.

