Qi Gong ist wie Fahrradfahren

Es ist schon eine Weile her, dass ich hier etwas geschrieben habe. Es ist auch schon eine Weile her, dass ich richtig geübt habe – so mit hinstellen und ein paar Minuten auf eine Bewegung konzentrieren. Sogar hinsetzen und nichts tun habe ich schon ein paar Monate nicht mehr getan. Stattdessen kümmre ich mich die meiste Zeit um einen kleinen Menschen. Und wenn dieser kleine Mensch schläft, dann habe ich die Wahl zwischen selber schlafen, essen, Wäsche waschen oder üben. Meistens entscheide ich mich für’s schlafen.

Aber als ich vor ein paar Tagen den kleinen Menschen schreiend herumgetragen habe, da ist mir ein Gedanke gekommen: Auch wenn ich in den letzten Jahren nur ein klitzekleines bißchen über das Sinken und Loslassen gelernt habe, ich höre irgendwie nicht mehr auf es zu tun.

Man sagt ja auch, dass man Fahrradfahren nicht verlernt. Vielleicht ist es ähnlich mit Qi Gong und Taijiquan: wenn erstmal der Funken übergesprungen ist, dann lässt es einen nicht mehr los. Mein Körper sendet Signale, wo ich noch loslassen kann, selbst wenn ich mein Baby grade in einer sehr unbequemen Position stille oder es seit einiger Zeit im Arm trage.

So wird auch das nicht-üben zum üben. Nicht so intensiv wie 30 Minuten wie ein Baum stehen, aber immerhin.

Ein Feng Shui-Buch

Qi ist überall – und Feng Shui handelt vom Qi in der Umgebung. Eine Freundin hat mir ein Buch zum Einstieg in das Thema geliehen, und zwar dieses hier:
Am Anfang wird erklärt, was Feng Shui eigentlich ist, besonders die Erklärungen zu Yin und Yang und den 5 Elementen finde ich sehr schön.

Ich habe auch versucht ein paar Dinge in der Wohnung zu ändern – aber der Teufel steckt im Detail! Daher musste ich auch ein wenig im Internet stöbern, z.B. im Feng Shui Forum oder bei Everyday Feng Shui. Insgesamt fand ich das Buch aber sehr interessant und die Wohnung ist ein kleines bißchen schöner geworden!

Es wurde mir auch mal wieder klar, wie wichtig entrümpeln und loslassen von unnötigen Gegenständen ist. Je mehr freier Raum da ist, desto mehr Luft habe ich zum Atmen!

Jede Minute nutzen

Ich frage mich, wie ich meine Trainingszeit erhöhen kann. Denn schließlich ist auch meine Zeit begrenzt, da ich ja nicht den ganzen Tag nur Taijiquan und Qi Gong üben kann, sondern mich auch um meine kleine Familie kümmern muss, Freunde treffen möchte etc.

Und so lese ich im Internet an verschiedenen Stellen, dass man jede Minute, jedes Schlangestehen im Supermarkt, jeden Gang zur Toilette, für`s Üben nutzen soll.

Ich gebe zu: das stell ich mir ziemlich anstrengend vor. Jede Minute darüber nachdenken zu müssen, wie ich grad nebenbei üben kann. Außerdem frage ich mich auch, wie das mit der Achtsamkeit ist, denn nebenbei üben bedeutet ja, dass ich dann zwei Dinge gleichzeitig tue.

Aber ich habe es mal ausprobiert. So habe ich im Heldensitz auf dem Wohnzimmerboden gesessen und meinen kleinen Sohn beim Spielen beobachtet. Und wenn man so ein kleines Kind sieht, dann ist klar: es übt die ganze Zeit! Es geht also. Zumindest bei Kindern. Und nun werde ich in den nächsten Wochen versuchen, ob es auch bei mir geht!

 

Taijiquan & Qi Gong Journal 3/2012

Es liegt schon eine Weile bei mir auf dem Lesestapel: das neue Taijiquan & Qi Gong Journal! Die Themen diesmal sind:

  • Schluss mit dem Wettlaufen! Eine Liebeerklärung an den Taiji-Tanz
  • Die aufgehende Knopse – die acht Außergewöhnlichen Meridiane in der Kunst des Stillen Stehens
  • Sieben Sterne – eine Suche nach Bedeutung
  • Qigong Yangsheng – Qigong als ein Weg der Lebenspflege
  • Die Bedeutung des Wassers – Daoistische Hintergründe zur Übungspraxis von Taijiquan und Qi Gong
  • Zuowang und Taijiquan – Sitzende Meditation zur Vertiefung bewegter Meditation

Insbesondere die Themen zum stillen stehen und sitzend meditieren sprechen mich sehr an! Ich bin gespannt, welche neuen Erkenntnisse sich für mich ergeben!